Es braut sich was zusammen
Zugegeben, es ist nicht einfach, die Warn – Trompete herauszuholen und sie auch noch zu blasen, während der DAX einen Rekord nach dem anderen hinlegt. Aber das muss einfach sein, ich will ja auch nicht hinterher bezichtigt werden, es nicht wenigstens versucht zu haben.
Also: An den Anleihemärkten dieser Welt bahnt sich eine dunkle Wolke an, teilweise ist sie auch schon gut zu sehen. Die Staatsverschuldung der USA hat mit über 40 Billionen Dollar astronomische und brandgefährliche Dimensionen erreicht. Aber auch in Europa sind die Alarmsignale unübersehbar.
Die Inflation in der Eurozone beträgt derzeit 3,3 Prozent, die Preissteigerung in den USA ist noch höher, geht Richtung 5 Prozent, und das alles wird noch verstärkt durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, deren Ende nicht abzusehen ist, ganz im Gegenteil.
Auch am Rentenmarkt spielt Donald Trump mit dem Feuer, das uns alle vernichten kann. Nach einem Monat Pause lässt er im Iran wieder schießen und die Antwort der internationalen Bondmärkte ist ganz klar: sie sacken vehement durch.
Mittlerweile ist klar, dass die Konfrontation sich noch lange hinziehen wird mit entsprechenden negativen Folgen für die Weltwirtschaft und erst recht für die Preissteigerungsraten. Den Gaspreisschock bekommen wir dann auch noch gratis.
Fakt ist, dass die Notenbanken dieser Welt, auch die amerikanische, nicht darum herumkommen, in Bälde die Zinsschraube nach oben zu kurbeln. Die Folgen für die Aktienmärkte werden aber ganz sicher nicht optimal sein. Ich stimme der von mir sehr geschätzten NZZ (Neue Zürcher Zeitung) sehr zu, die am 30.08. von „Zeitbomben“ sprach, die an den Finanzmärkten bald explodieren könnten.
Es wird also höchste Zeit, das Depot krisensicher zu machen. Wie macht man das? Dringend die Cash Quote erhöhen und die Depotstruktur defensiver ausrichten, will heißen weniger Tech-Werte gegen mehr Konsumtitel. Pharma (BASF) und Energieversorger (Eon) können aber bleiben, ebenso Assekuranz wie Münchener Rück. Vielleicht auch mal an einen Mischfonds mit hohem Rentenanteil denken.
Ach ja, die Cash Quote. Ich finde, man muss hier auch klar die Chancen sehen. Wenn ich für Tages- oder Festgeld mehr als drei Prozent erziele und dafür gut schlafe, ist das doch das sanfteste Ruhekissen, das ich bekommen kann. Und bekommen will.
Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.
Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“
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